Theoretische Nebenpersonen

„…als beträte helfend, unerwartet eine zuvor nicht beachtete Person die Szene wie bei Balzac oder schon im älteren romantischen Roman bei Walter Scott“, schreibt Adorno vom Auftauchen eines neuen Themas mitten im Satz bei Gustav Mahler. Und mir fällt auf, wie sehr meine Art, in einem Text ein theoretisches Argument zu entfalten, darauf vertraut, dass da eine solche Nebenperson irgendwo am Rand der Auseinandersetzung wartet – nicht aggressiv übersehen, aber sozusagen im Schatten der Blicke, die prominentere Begriffe einander zuwerfen, und wenn Gelegenheit kommt, hält sie vom Rand her die Hand auf, packt zu und zieht etwas Verknotetes zurecht oder stützt einfach, stellt die paar Sekunden Widerstand, die es braucht, bis das Gebilde im rutschenden Gleichgewicht von allein steht. Wenn das Aufeinandertreffen der Hauptsachengedanken Dialektik heißt, welche Agentur der Vernunft beschäftigt diese Helfer?

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