Kindergarten #2

Einmal ließ der Kindergärtner ein Männermode-Magazin im Kindergarten. Die Models waren alle um die Zwanzig. Er platzierte es absichtlich dort, um zu sehen, wie die Reaktion der Kinder ausfallen würde: Hatten sie Sinn für die ästhetische und erotische Wirklichkeit von Kleidung?

Die große Mehrzahl der Kinder in diesem Kindergarten schien ihm gut angezogen. Sehr gut sogar. Nach Kriterien sehr gut, von denen er sich fragte, durch welche Instanzen sie gegangen waren.

Die Wahl trafen ja vermutlich die Eltern und diejenigen, die ihnen Sachen für ihre Kleinen schenkten – Oma und Opa, Onkel und Tante, Geschwister, Leute aus dem Freundeskreis… Wobei, beteiligten die Männer sich beim Aussuchen von Kinderklamotten? Er beobachtete unterwegs immer mehr Männer, die offenbar wert auf modische oder zumindest irgendwie individuell schicke, coole, für sie vorteilhafte Kleidung legten. Von einem Freund wusste er, dass der seine Partnerin in der Boutique beriet. „Sie vertraut mir bei fast nichts so, wie wenn sie aus der Umkleidekabine stakst und ich den Daumen hebe oder senke.“ Der Freund hatte das mit einer Miene gesagt, die zugleich lachte, Stolz ausstrahlte und auf eine säuerliche Art, wie sie dem Kindergärtner da zum ersten Mal an ihm auffiel, wirklich ernsthaft beleidigt wirkte. Die beiden hatten keine Kinder. Der Kindergärtner wusste auch nicht genau, ob sie jetzt noch zusammen waren. Aber hätte dieser Mann mit dem ausgeprägten Geschmack Vorschläge gemacht, wenn es darum gegangen wäre, dem dreijährigen Sohn eine neue Hose zu kaufen? Hätte er von sich aus Mitsprache bei einem Mitbringsel zum Geburtstag seiner Nichte verlangt?

Und falls ja, hätte er Teile aus anderen Gründen für gut oder schlecht befunden als bei seinem eigenen Körper und beim Körper der Frau?

Gedankenspiele wie dieses beschäftigten den Kindergärtner eine Reihe von Tagen.

Morgens trat er beispielweise vor den Spiegel und prüfte, ob er das, was er übergezogen hatte, auch seinem Kind zumuten würde. Er besaß überraschend viel Niedliches, aber es war unfreiwillig niedlich. Ein weißes Hemd mit einem hellblauen Kragen mit runden Ecken. Ein Polo-Shirt von einer Marke, deren Logo – ein Vogel – so groß war, dass er die Brusttasche wie einen engen Käfig bewohnte (der Schnabel stand zudem offen, er sprach oder sang). Vier Paar den Jahreszeiten entsprechend bebilderte Socken. Und Mokassins.

Er zählte zu denen, die von Lebensgefährtinnen sowas bekamen. Nicht, dass die es böse meinten. Oder doch, aber nur weil der ehrliche Ausdruck ihrer Zuneigung einen Hauch Verachtung brauchte. Ich bin ein Weder-noch-Mann, dachte der Kindergärtner. Meiner Männlichkeit fehlt der Nacken für einen Anzug. Und ihr fehlen die Schenkel für dreckige Jeans. Saubere Jeans sahen an ihm aus, als habe jemand statt Wein Traubensaft bestellt. Er vertrug auch Wein schlecht und mochte Süßigkeiten.

Wie viele Weder-noch-Männer es geben mag? Womöglich sind wir in der Mehrzahl, dachte der Kindergärtner. Hatte das Weder-noch ein Pendant bei den Frauen? Davon, dass Frauen unter körperlichen Mängeln litten – unter der Vorstellung, zu breite Hüften, ein zu dicker Po, ein vorgewölbter Bauch, Haare an den Armen oder kurze Beine ließen sie Männern und andern Frauen mit Männerblick abstoßend erscheinen –, hörte und las er in letzter Zeit oft. Sogar Frauenzeitschriften, die davon lebten, Mittel zur Beseitigung der Mängel anzupreisen, machten mit Artikeln über den psychischen Druck von Schönheitsidealen auf. „Kranke Ideale“ konnte da rot quer überm Cover stehen.

Aber sortierte die konventionelle Vorstellung das Attraktive bei den Frauen zwischen Kleidungsstücken wie bei den Männern Anzug und Jeans? So dass Weder-noch-Frauen herauskommen konnten?

Aus einer Phase seines Lebens, als der Kindergärtner Kontaktanzeigen gelesen hatte, hielt er im Gedächtnis den Satz: „Du stehst mit beiden Beinen fest im Leben und siehst in Jeans so gut aus wie im Anzug.“

Seine Architektenphantasie assoziierte Jeans und Anzug jeweils mit einem Bein. Dieses Bild ergriff von verschiedenen Selbstzweifeln Besitz. Nachdem eine berufliche Zufallsbegegnung die Suche schon erübrigte und er glücklich an der Schwelle von Affäre und Beziehung lebte, blieb doch die Figur eines Mannes mit einem Jeans- und einem Anzugbein. Er las und er imaginierte es wieder und wieder. Es war geradezu ein bisschen zwanghaft.

Den Morgen mit der Analyse seiner Garderobe kam der Kindergärtner zur Arbeit zu spät. Zum ersten Mal überhaupt, Frau Ban und die Kinder blickten ihn misstrauisch an. Am folgenden Morgen beschloss er, sich in einem Ensemble in den Kindergarten zu trauen, das er für viel Geld bei einem Internet-Händler bestellt, dann jedoch nie getragen hatte. Die Skepsis in den Augen der andern ermutigte zur Flucht nach vorn.

Ein herrenloses Modemagazin hatte damals, vor rund einem Jahr, in der Bahn auf dem Sitz gelegen. Jede Legende enthielt Angaben zur Marke, zum Preis und teilweise zu den Shops, die das Abgebildete führten. Er verstand wohl, dass die Kombinatorik ganz erheblich zur Gesamtwirkung beitrug. Entfernte man ein einziges Element, die Socken oder ein ledernes Armband, kollabierte das Geschmacksmobile, und trotz der fast obszönen Schönheit des Models klaffte unter dem Gekonnt-Gewagten sofort das Groteske auf. Diese Nähe zur Hässlichkeit war an dem Anblick eigentlich atemberaubend.

Zuhause angelangt, hatte der Kindergärtner alles geordert. Er erinnerte die Freude bei der Ankunft des Paketes, die Minuten des Auspackens, während derer er leibhaftig glaubte, der Junge vom Foto zu sein. Wie ihn mittendrin die Kraft verließ. Wie er das halb aufgeknöpfte Hemd wieder schloss, es über einen Bügel hängte. Das Seidenpapier in den Pulli mit zurückfaltete. Den Schal auf andere, ungemusterte packte. Den Gürtel durch die Finger gleiten ließ und dann zwei Mal, drei Mal, ein Mal für jedes sündhaft teure, nutzlose Stück über die Schulter sich auf seinen blanken Rücken voller Altersflecken schlug.

Nun, noch älter geworden, zog er die beiden Flügel des Hemdes um seinen Bauch zusammen. Das ging knapp zu. Die Hose machte oben wegen der Bundfalten keine Probleme. Dass sie unterhalb der Knie um einen Finger schmaler lief, als normal gewesen wäre, sorgte für eine seltsame Form, und er merkte, wie die Angst ihn beschlich, holte aber tapfer den Pullover, die Jacke aus dem Schrank. Da das Outfit komplett war, verschwand er bis zu einem gewissen Grade darin.

Unterwegs genoss er das Übersehenwerden wie eine Serie kleiner Triumphe. Jacke und Schal abzulegen, das ahnte er, würde am schwierigsten werden. Ohne den Schutz durch das Vollständige, nur mit diesem indezenten Drunter unter die Kinder zu treten. Die Zeit bis zum ersten Kommentar auszuhalten. Verlegen zu brabbeln, falls keine der zurechtgelegten Antworten passte.

Hinter einem Gebüsch wartete er ab, bis die letzten Eltern davonfuhren.

Frau Ban trat vor die Tür, hob die Hand gegen die Sonne. Sie trug einen Overall, einen weich fallenden, kurzärmligen Einteiler, von dem er nicht hätte sagen können, ob Modebewusstsein, eigenwilliger Schönheitssinn oder Ahnungslosigkeit ihn ausgesucht hatten. Er stand ihr wahrscheinlich. Auf jeden Fall war er praktisch.

Der Kindergärtner fasste sich ein Herz.

Die Kollegin hängte an ihren Gruß etwas Lapidares über den Frühlingstag, ehe sie herzhaft gähnte und sich lachend entschuldigte. Drinnen drang ihm das übliche Lärmen und Toben entgegen. Im Vorraum stopfte noch wer Schuhe in ein Fach, und neben den Garderobenhaken hielten vier Mädchen wispernden Rat. Die Vier quittierten seine Ankunft mit einem achtlos freundlichen „Morgen!“.

Den ganzen Vormittag hindurch trat nichts ein, was er erhofft oder befürchtet hatte. Der Kindergärtner entdeckte an den Kindern weder positives noch negatives Befremden. Es gab einen Zwischenfall am Karussellobjekt, wo einer von den Dreijährigen sich trotz Warnungen der älteren verletzt hatte. In dem Kindergarten nichts Ungewöhnliches, denn die Spielgeräte hatten raue Flächen, spitze Ecken und scharfe Kanten. Statt ihn zu trösten oder zu verhöhnen, erklärten ihm die anderen, wie er richtig aufsprang, so dass ihn auch bei voller Fahrt nichts erwischte. Die Neugier siegte schnell über den Schmerz – als Frau Ban mit dem Verbandskoffer eintraf, sauste er schon johlend im Kreis, und wie es ihre Art war, wartete sie geduldig, bis sein aufgeschlagenes Knie vor ihr austrudelte.

„Du hast eine zerrissene Jeans“, sagte der Kindergärtner, während sie Tinktur drauftupfte und die Wunde verpflasterte. „Eine Destroyed-Jeans…“

„Das war schon so!“ antwortete der Junge wie aus der Pistole geschossen. In seiner Stimme lag der halb empörte, halb panische Nachdruck, mit dem man sich als jemand, der auch manchmal lügt, gegen ungerechtfertigte Vorwürfe wehrt.

Nachmittags zupfte es hinten am Hemd. Der Kindergärtner schnellte herum, aber falscher Alarm – ein Kind wollte nur eine Zeichnung begutachtet haben.

„Soll ich das sein?“

Das Kind schüttelte den Kopf.

„Wer dann?“

Es zuckte die Schultern.

„Jemand, den du dir ausgedacht hast?“

Es überlegte.

„Ich frage nur, weil ich wissen möchte, ob dein Bild jemandem ähnlich sehen soll. Ich soll ja sagen, ob es gut geworden ist, oder? Soll es jemandem ähnlich sehen?“

Das Kind schüttelte wieder den Kopf.

Der Rest des Nachmittags verging, und der Kindergärtner schob schließlich das Modemagazin, das er ursprünglich als Nachweis mitgebracht hatte, unter einen Stapel Mal- und Bastelbücher.

„Steht Ihnen, dieser Overall“, verabschiedete er sich von Frau Ban.

Und stand daheim erneut vor dem Spiegel. Zog langsam Jacke und Schal aus.

Ich bin noch der Gleiche, schien der Spiegel zu sagen. Und du?

Der nächste Tag, ein Mittwoch, brachte ebenso wenig Fortschritt. Das Magazin lag, wo es deponiert worden war. Der Kindergärtner steckte es weiter nach oben, dann noch weiter, zweitoberst und so, dass ein Drittel seitlich hervorragte. Sie hätte gern Fell, entgegnete die ehemalige Affäre oder Beziehung des Kindergärtners bei einem Essen, zu dem er sie abends spontan einlud. Das leuchtete ihm ein. Ihr Auftreten draußen war immer tadellos. Zuhause kannte er sie dagegen ausschließlich in Schlabbersachen, und es geschah gar nicht selten, dass sie T-Shirts, Pullis, ja selbst Unterhosen falschrum trug, ohne es mitzukriegen. War das Hintere hinten, stand wahrscheinlich das Schild raus. Dann überkam ihn eine Welle aus Liebe und melancholischer Rührung, wie man sie für gefährdete Tierarten empfindet.

Am Freitag riefen sie ihn laut im Chor, und als er angewetzt kam, zappelte da ein Hampelmann an der Wand.

Beine breit, Beine zusammen, Beine breit, Beine zusammen, machte der Hampelmann.

Ein Bein steckte in der ockergelben, unten schmal zulaufenden Bundfaltenhose, die der Kindergärtner heute durch eine seiner üblichen Cordbeulen ersetzt hatte. Das andere Bein steckte sein nacktes Knie aus einer kunstvoll aufgerissenen Destroyed-Jeans.

Beine breit, Beine zusammen, Beine breit, Beine zusammen. Frau Ban ließ Kinder abwechselnd ziehen.

„Wer…“

Der Kindergärtner merkte zu spät, dass er deutlich zu laut war. Fast brüllte. Die Kinder guckten verdutzt.

„Habt ihr den gebastelt?“ setzte er neu an.

„Nein“, erwiderte Frau Ban. „Der ist von mir.“

Den Kindergärtner überlief es heiß und kalt. Er hatte mit Demütigungen gerechnet, natürlich. Nur nicht so direkt.

„Ich hoffe, es war okay, dass wir das Heft zum Basteln verwenden?“ fragte sie mit Unschuldsmiene. „Ich kopiere sonst immer die Vorlage aus dem gelben Buch, wenn wir Hampelmann basteln, aber dann haben am Ende zwanzig Kinder den gleichen Hampelmann, und man würde denken, das sei ihnen egal, aber sie wollen doch gern unterschiedliche, und nur anders ausmalen reicht ihnen eigentlich nicht. Unsere Lust an Unterschieden…haben sie schon verinnerlicht, wie es scheint.“

Sie drehte sich um. Der Kindergärtner sah erst jetzt, dass die meisten Kinder ringsum auf dem Boden hockten, konzentriert in sich verkrümmt, jeweils eine Magazinseite im Schoß, und mit den bunten stumpfen Kinderscheren langsam Konturen nachfuhren. Wie sich herausstellte, hatte Frau Ban ihnen den Ratschlag gegeben, den Mann aus dem Foto ganz auszuschneiden, darauf einen zweiten und erst dann bei beiden den entscheidenden Schnitt durch die Mitte zu machen.

„Je nach Haltung und Kleidung ist die gute Mitte fürs Hampeln ein bisschen woanders“, sagte sie laut in den Raum, deutete dem Mädchen, das ihr seine Exemplare zeigte, mit dem Fingernagel an, was sie für die Ideallinie hielt, und schenkte nebenher dem Kindergärtner ein Lächeln.

Vor dem Zusperren abends spazierten sie zu zweit an der langen, verblüffend gleichmäßig gehängten Reihe Hampelmänner entlang.

Zwei Staatschefs, eine Gastgeberin und ihr Gast, die eine Parade abnehmen, dachte der Kindergärtner. Er wollte scherzhaft salutieren, doch Frau Ban winkte ab.

„Erst dachte ich, die Botschaft mit dem Heft sei an mich gerichtet. Ich bekomme sehr wechselnde Reaktionen auf mein Aussehen und meine Art, mich zu kleiden. OK, will er mir also sagen, ich soll auch mal einen Blick in eine Modezeitschrift werfen? Aber Mai und Risa, die das Magazin gefunden hatten, stritten über die Preise. Mai meinte, das sei viel zu teuer. Risa verteidigte das Teure mit dem Argument, wenn es zu wenig koste, müssten woanders auf der Welt Menschen sterben. Mai wollte wissen, wo denn und woran denn. Um zu überspielen, dass sie das selbst nicht so genau durchschaute, fragte Risa Mai, was sie glaube, wie viele Menschen für das Kleid, das sie trage, gestorben seien. Mai fing an zu weinen. Risa setzte nach und sagte, viele Farben seien außerdem giftig und das Grün von Mais Kleid habe bestimmt jemandem die Haut von den Fingern gefressen. Da rastete Mai aus, beschimpfte Risa als Lügnerin, packte das Heft und fing an, auf sie einzuschlagen, so dass sie auch heulte. Alles direkt neben mir – im Nu rannten andere zu ihnen, großer Tumult…“

Frau Ban gestattete sich selten, erschöpft auszusehen. Wenn doch, war es immer, als weiche sämtliche Glätte aus ihrem Gesicht. Der Kindergärtner nickte schnell, zum Zeichen, dass sie das mit dem Tumult nicht ausführen müsse.

„Als die Meute sich halbwegs wieder beruhigt hatte, mitten in die mühsam erarbeitete Stille, fragte wer, wozu das Heft denn sei.“

Sie hob den Kopf. Er zog die Hose hoch.

„Und in dieser Situation, hart am Abgrund, um jede echte Erklärung verlegen – kurz davor, selber loszuflennen, ehrlich gesagt – hatte ich glücklicherweise den Einfall mit dem Hampelmannbasteln.“

Auf dem Heimweg in der Bahn fragte der Kindergärtner einen vielleicht sieben- oder achtjährigen Jungen, der auf dem Knie der Mutter saß, nachdem er auf deren Flüstern hin seinen Sitzplatz freigemacht hatte:

„Meinst du, ich soll versuchen, mit meiner Ex-Freundin wieder zusammenzukommen? Ich war damals unentschlossen. Sie hat Schluss gemacht. Zuletzt ging mir auf, wie sehr ich gewisse Eigenschaften von ihr vermisse.“

Der Junge brauchte einen Augenblick, um zu begreifen, dass er gemeint war.

„Glaubst du, es gibt so etwas wie einen Stil für mich? Ein Kriterium für das, was passt – und nicht nur Kriterien für das Unpassende?“

Der Junge legte den Kopf schief. Seine dicken, schon die ganze Zeit offenstehenden Lippen formten an etwas.

„Was meinst du, wäre es nicht aufregender, wenn ich meine Hässlichkeit offensiver zur Schau stellte? Statt sie zu verstecken, wie ich es bislang quasi automatisch getan habe – sollte ich nicht die Augen der Welt zwingen, sie zu bemerken, im Vorübergehen lüstern hinzuschielen, sich abends im Bett daran zu erinnern wie an eine dicht behaarte Brust in einem Hemd, das bis zum Bauchnabel aufklafft?“

„Sind das Fragen, die man einem Kind stellt?“ kam die Mutter ihrem Sohn zuvor.

„Das mache ich so“, sagte der Kindergärtner. „Fragen, mit denen es mir zu eng wird, weil ein Unerwachsener mit mir im selben Körper steckt, auf Kinder abwälzen. Darin bin ich ziemlich eloquent.“

„Finde ich nicht ruhmreich“, sagte die Mutter.

„Nein“, sagte der Kindergärtner.

„Klingt, als ob Sie mal wieder gefickt werden müssen“, sagte die Mutter.

Der Kindergärtner zuckte, er hob reflexhaft die Hand, wie um sie auf einen Mund oder Augen zu drücken – sah nach dem Kleinen. Der aber hatte längst an der Unterhaltung das Interesse verloren. Er spielte mit dem Reißverschluss seines Anoraks. Nach dem zu urteilen, was er murmelte, war der Schieber eine Art Fabrikherr, der die Zacken mal anpeitschte, mal zärtlich dazu überredete, schneller zu arbeiten.

Kindergarten #1 <—

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