Draußen sein (Love how you can pee on anything) #7.1

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Ob hetero, homo, bi oder pansexual… Dort, wo das Liberale Ernst macht mit seinem spielerischen Zugang zur Realität, kann ich heute im Zuge irgendeiner sexuellen Präferenz aus Haltungen einnehmen, die der schwule terminus technicus „passiv“ vielleicht präziser erfasst, als wir einem solchen Wort zubilligen möchten. Warum schließlich diese Spracharbeit, dieses Aufblättern von Differenzen, wenn der Trumpf einer jeden Karte beim Ausspielen im Gewinn eines Nicht-…-tun-Müssens besteht?

Seine Präzision erlangt das „passiv“ aber gerade darin, dass das Wort hier nicht eine Seite des Dualismus aktiv/passiv markiert, eine von zwei Körperfüllungen für Handlungsfiguren, die wie Kugelhälften zusammengesteckt ein Ganzes ergeben, sondern die Möglichkeit einer Lösung vom Aktiven. Passiv, das heißt eine Runde Aussetzen im Drama des Zu-sich-Kommens, Sich-Verfehlens und Sich-Überschreitens. Befreiung von Mitarbeit, ohne das Kooperative ganz aufzugeben. Absinken, Ablegen meines Körpers auf das Level von Beschäftigung.

„Gibt’s hier keine Aktiven mehr?“ steht, halb ironisch, halb verzweifelt, in der Kopfzeile eines Profils auf einer schwulen Dating-Plattform (weiter unten im Haupttext die Hoffnung auf Machos, Prolls, Türken, Araber, Schwarze). Nein, knistert eine Stimme aus dem Inneren des schweigenden Konsenses – der Sopran eines sozialpsychologischen Whistleblowers, dessen dünnes Fisteln die Frequenzsperre des Identitätszensors durchdringt. Sind alle weg. Und was nun?

***

Beschäftigen wir uns. Mit Sex. Wie Tierhalter von ihren Tieren sagen, sie müssten beschäftigt werden. Nehmen wir die Hundeschlappohren und ‑schlabberzungen aus den Snapchat-Videos mit in die Welt hinterm Display.

Übung: täglich eine Viertelstunde nichts als niedlich sein. Egal, was passiert.

#7.2

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3 Antworten zu Draußen sein (Love how you can pee on anything) #7.1

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