Am abgelegeneren Ende der Hochachtung allein gelassen: geliebt

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Ein Abend. Der Geliebte rechnete damit, vom Liebenden in seinem Sein erhöht zu werden: wo nicht vergöttlicht, so doch angehimmelt, in irgendein leeres lichtblaues Oben gehoben. Er war Erhöhung gewöhnt, auch wenn er jedes Mal aufs neu, mit demselben Entsetzen feststellte, dass sie in Entfernung bestand. Stets entfiel ihm, wie sehr die Verklärung, die aus seinen herumfingernden Händen Gesten hervorzog und seine Worte zu einem Dröhnen einschmolz, ihn an einen Ort verbannte, wo ihn der Liebende nicht mehr beschützen konnte und wollte – am allerwenigsten vor seiner Einsamkeit. Die Mechanik der Verehrung (ihre umgekehrte Relation von Größe und Entfernung) verstand er so schlecht wie jemand, der sein Leben halb schlafend auf Rückbänken zugebracht hat, das Fahrradfahren.

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