Was uns deine Spontaneität wert ist: Improvisieren zwischen Kunst und Ökonomie

Manuskript eines Vortrags, den ich am 26.6.2013 im Rahmen eines Abends zum Thema „Der Imperativ der Inszenierung: Leben auf Probe“ am Museum für moderne Kunst in Wien gehalten habe:

Kai_van_Eikels-Was_uns_deine_Spontaneitaet_wert_ist

Abstract: Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter in Improvisations-Workshops, damit sie von Musikern, Tänzern oder Schauspielern lernen, wie man sich produktiv dem Unplanbaren aussetzt. Denn an den turbulenten Märkten, so scheint es, sind alle zum spontanen Reagieren gezwungen. Doch das kollektive Improvisieren im Arbeitsteam soll noch aus einer anderen Verlegenheit helfen: In den postfordistischen Ökonomien wird es immer schwieriger zu bestimmen, was Arbeit wert ist. An die Stelle von Arbeitsleistung tritt »work performance«, und deren Bewertung verknüpft ökonomische Kriterien direkt mit sozialen: Ob das, was jemand tut, ein fataler Fehler oder ein bahnbrechender innovativer Einfall gewesen sein wird, entscheiden immer erst die Reaktionen der anderen. Genau wie bei der jammenden Jazz-Combo, dem probierenden Tanz- oder Theaterensemble steht alles, was beim Improvisieren passiert, unter Vorbehalt. In einer engen Verschränkung von Kooperieren und Konkurrieren zählt allein das als wertvoller Beitrag, woraus die anderen etwas machen können – und wollen. Der Vortrag untersucht die Auswirkungen dieser »co-competition« im Teamwork von Performern dort, wo Kunst und Wirtschaft sich in ihrem Denken und Verfahren heute überschneiden.

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