Das Publikum muss weg, damit Theater sich Politik mehr als einbilden kann. Oder weniger als.

Manuskript eines Vortrags, gehalten auf der Tagung „Ein Gespenst geht um: Revolution im zeitgenössischen Theater“ am 19.6.2013 im heißen Foyer des Theaters Trier:

Kai_van_Eikels-Das_Publikum_muss_weg

„Das Verhältnis von Theater und Politik hat zunächst einmal zu tun mit der Annahme, dass dem Zuschauen eine Macht innewohnt. Aber worin – von heute aus gefragt – soll diese Macht bestehen? Man hat ja eher den Eindruck, dass die Institution Theater selbst in der Rolle eines Zuschauers danach Ausschau hält, wo im Weltgeschehen gerade Bewegungen an Macht gewinnen, und dann entweder dieses Geschehen auf ihre Bühnen zitiert oder umgekehrt sich mitsamt ihrem Aufführungsformat in das Geschehen hineinzuzitieren versucht, ohne eigentlich dorthin aufzubrechen – wie prominent im Fall von Occupy, das, während es für ein Jahr lang eine wirkliche soziale Bewegung war und vielleicht gerade wieder wird, vom Theater (und auch von anderen Künsten) flugs zu einem Phantasma umfunktioniert wurde: einem Phantasma von Wirksamkeit, von politischer Wirklichkeit.“

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