Ökonomische/soziale Bedingungen des Respekts

Richard Sennett berichtet von Interviews, die er als junger Forscher  in den 1960er Jahren mit „weißen Arbeitern“ führte:

Befragte man sie einzeln, äußerten sie sich verständnisvoll, noch in ihrer Kritik eher humorvoll über die Angehörigen der Oberschicht ebenso wie über schwarze Arbeiter. Obwohl sie ihre schlechte ökonomische Lage als persönliches Versagen empfanden, bezogen sie „Selbstachtung“ daraus, dass sie ihre Familien versorgten.

Befragte man dieselben Männer in Gruppen, zogen sie höhnisch über die Bessergestellten her und mit Beschimpfungen und rassistischen Witzen über die Schwarzen.

„In den Gruppensitzungen erschien der Respekt als ein Nullsummenspiel“, schreibt Sennett.

(Richard Sennett, Respekt im Zeitalter der Ungleichheit, S. 65)

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